Die Gründung einer Nikolaschule reicht weit in die
Gründerzeit der Stadt Landshut zurück.
Bereits im 13. Jahrhundert entstanden in Landshut die
ersten Pfarr- und Klosterschulen. Ab dem 14. Jahrhundert unterrichteten so
genannte „Schulhalter“ im Diente der Gemeindebehörde und der Innungen. So
auch bei der Pfarrkirche St. Nikola.
Einer dieser „Schulhalter“ war der Benefiziat Josef
Fink zu Seligenthal. Er vermachte am 10. September 1764 sein Haus „bei St.
Nikola am äußeren Thor nächst dem Pfettrachbach“ (jetzt Rennweg 1) der
Kirchenverwaltung zu St. Nikola mit der Bedingung, dass es als altes
Schulhaus verwendet werden sollte.
Nach diesen Bestimmungen von Josef Fink wurde die
Behausung bis 1852 als Schul- und Messnerhaus verwendet, dann war eine
weitere Nutzung wegen der katastrophalen Verhältnisse nicht mehr möglich.
1852 wurde dieses alte Schul- und Messnerhaus auf
Abbruch versteigert, und nach einigen Streitigkeiten zwischen
Kirchenverwaltung und Stadtmagistrat konnte am 18. Januar 1853 ein neues,
viel näher an der Nikolakirche gelegenes Schul- und Messnerhaus feierlich
eingeweiht werden (das jetzige Pfarrhaus St. Nikola).
Manch bauliche Veränderung wurde vorgenommen, doch
schon bald war dieses Haus als Schulsitz viel zu klein. Mit der Eröffnung
des 1. Landshuter Bahnhofes nahe des heutigen Bismarckplatzes und der damit
verbundenen Ansiedlung von Betrieben wuchs der neue Stadtteil „Vorstadt St.
Nikola“ rasch.
Am 5. Oktober 1878 wurde deshalb auf dem neuen Standort
der ehemaligen Papiererwiesen gegenüber der „Mayerschen Kunstmühle“ ein
sechsklassiges Knaben-Schulgebäude mit Schulgarten, Lehrergarten und
Turnhalle für ca. 230 Schüler vom damaligen Bürgermeister Dr. Gehring
ehrenvoll eröffnet.
Da der Stadtteil St. Nikola sich weiterhin rasch
bevölkerte, mussten immer mehr Klassen errichtet werden, eine Erweiterung
und ein Anbau waren unaufschiebbar.
1902 war die Baumaßnahme vollendet, der Neubau wurde
bezogen und der damalige Bürgermeister Marschall schaffte dazu eine Anzahl
von Lehrmitteln an, sodass die Schule in dieser Beziehung für lange Zeit als
Vorzeigemuster diente.
Bereits 1908 wurden in 11 Klassen 611 katholische
Knaben unterrichtet, trotzdem reichte offensichtlich das Raumangebot der
damaligen Nikolaschule noch für die Unterbringung einer protestantischen
Schule mit 3 Abteilungen und zusammen 102 Kindern.
Das unheilvolle Jahr 1914 brachte plötzlich einen
Stillstand in das Schulwesen der Nikolaschule. Das Schulhaus wurde Kaserne,
der Schulbetrieb wurde nach Seligenthal verlagert, wo im Wechsel mit der
dortigen Mädchenschule Unterricht erteilt wurde.
Erst nach Kriegsende 1918 kehrten Lehrer und Schüler
der Nikolaschule und der protestantischen Schule wieder an ihren
angestammten Platz zurück. Jetzt fand hier allerdings auch noch eine
„Hilfsschule“ mit 2 Klassen ihren neuen Raum.
Auch zur Zeit des 2. Weltkrieges 1939 -1945 brach viel
Unheil über die Nikolaschule herein. Ab 1942 musste wegen Kohlenmangel die
Schule wochenlang geschlossen werden und bald folgte ein Fliegeralarm dem
anderen. Die Kinder mussten die Zeit nicht in der Schule, sondern in
Luftschutzkellern verbringen.
Nach 1945 diente die Volksschule St. Nikola bis 1950
teilweise als Hilfskrankenhaus, dann als Ausländerlager. Die unteren Klassen
wurden im Wechselbetrieb im Volksschultrakt des Klosters Seligenthal
unterrichtet. 1946 begann die damals auch sehr notwendige „Schulspeisung“.
1947 mussten in 13 Zimmern unvorstellbare 2300 Kinder
unterrichtet werden. Erst zum Schuljahr 1954/55 konnte mit der
Indienststellung eines Anbaus die größte Raumnot gelindert werden.
Die Zeit für Modernisierungen war angebrochen. So wurde
1972 die Doppelturnhalle ihrer neuen Bestimmung übergeben. Ab 1973 wurde der
Altbau an der Nikolastraße renoviert. Am 25. Mai 1982 gab sich die Stadt
Landshut die Ehre, zur feierlichen Einweihung des Neubaus der Hauptschule
St. Nikola einzuladen.
Selbst diese Baumaßnahme genügte nicht, um die
Nikolaschule auf einem zeitgemäßen, pädagogischen Standard zu halten. Am
10.02.1995 wurde der Erweiterungsbau an der Hauptschule eingeweiht.
Der Ausbau des Dachgeschosses im Altbau ist für die
Mittagsbetreuung bereits vollendet. Für die Ganztagsklassen wird er im
Frühjahr 2005 abgeschlossen sein.
Abgeschlossen – zu Ende ist die Chronik der
Nikolaschule damit noch lange nicht.
Fritz Rampfmoser, Rektor i. R.